Nachschau Filmvorführung “Alles Gut”

Am vergangenen Mittwoch fand nach kurzfristiger und intensiver Organisation endlich die Filmvorführung des ausgezeichneten Dokumentarfilms “Alles Gut” von Pia Lenz im CineStar in Garbsen statt.
Die Kolleginnen Rebekka Hinze vom Evangelischen Flüchtlingsnetzwerk Hannover – Garbsen – Seelze und Anne Panter von Netzwerk katholische Flüchtlingsarbeit haben gemeinsam mit Kräften daran gearbeitet den Film nach Garbsen zu holen und nach der Filmvorführung noch eine Podiumsdiskussion mit kompetenten Gesprächspartnern auf die Beine zu stellen.

Foto: Anne Panter

Die Dokumentarfilmerin Pia Lenz begleitet in ihrem Film zwei Flüchtlingsfamilien, eine aus Familie Syrien, eine Alleinerziehende Mutter mit ihren beiden Kindern, Roma, aus Mazedonien. Der Fokus liegt auf den zwei Kindern Gophran und Djaner, die die Kamera in ihrem Alltag begleitet.
Ohne Kommentar aus dem “off” zeigt die Kamera einfach nur wie das Leben der Familien gerade ist, vor welchen Herausforderungen sie stehen und welche Fragen sie gerade umtreiben.
Der Zuschauer wird mitgenommen in diese fremde, neue Welt und er fühlt mit. Das kann man wohl sagen. Er fühlt mit den Kindern und den Eltern.

In der anschließenden Podiumsdiskussion zwischen dem Moderator Marcus Buchholz, Pastor und Journalist, Rainer Müller-Brandes, dem Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werkes, Dr. Andreas Schubert, dem Vorstand des Caritasverbandes Hannover e.V. und Dündar Kelloglu, Vorstandsmitglied im Flüchtlingsrat Niedersachsen und Rechtsanwalt wurde das auch deutlich. Der Film hat bewegt.

Foto: privat

Integration, so war man sich schnell einig, kann nur dann gelingen, wenn die Grundbedürfnisse wie die Einheit der Familie, ein Dach über dem Kopf und ein sicherer Aufenthaltsstatus gesichert sind. Eine permanent drohende Abschiebung, wie im Falle Djaners, ist ein Lebens- und Integrationshindernis und man muss sich fragen, mit welchen Emotionen dieser kleine Junge dann irgendwann vielleicht wieder in sein Heimatland reisen muss. Trotz der vielen Hilfsangebote von Lehrern, Mitschülern und deren Eltern wird doch der fade Geschmack von “da wurde mir etwas angeboten, aber dann durfte ich es doch nicht haben” bleiben. Angebote, die er übrigens als Romakind in seinem Heimatland so niemals bekommen wird, schlicht weil er der “falschen” Volksgruppe angehört.

Foto: privat

Das Fazit der Gesprächsrunde kann man vielleicht so zusammenfassen: Die Fragen nach Humanität und Gerechtigkeit im Asylverfahren dürfen und müssen von den Kirchen, den Wohlfahrtsverbänden, Rechtsanwälten und natürlich den Ehrenamtlichen die mit den Geflüchteten zusammen arbeiten, immer wieder angebracht und gestellt werden! Damit die Menschlichkeit in der Bürokratie nicht verloren geht und an der ein oder anderen Stelle vielleicht ein Umdenken geschieht.

Das war eine rundherum gelungene Veranstaltung. Vielen Dank an all die, die sich auf den Weg gemacht haben, an die Podiumsteilnehmer, den Moderator und natürlich das CineStar in Garbsen.